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K-Word #670: Neues aus der Lesbenwelt

Hayley Kiyokos lesbische Lovestory „Girls Like Girls“: jetzt im Kino, Ehe-Aus bei Brittney Griner, Lena Oberdorf: Comeback naht, Nessi & Lara: kein Auftritt in Zoff-Reality-Shows, Rebecca Ferguson und Greta Lee in neuem Liebesfilm - und mehr!

Focus Features „Girls Like Girls“: Der erste Spielfilm der lesbischen Popsängerin Hayley Kiyoko

Von Karin Schupp

14.8.2026 - Girls Like Girls kommt ins Kino (ab 20. Aug.): Aus dem Video zu Hayley Kiyokos  (K-Word #640) Hit von 2015 (über 164 Millionen Klicks auf Youtube) machte die lesbische Popsängerin 2023 einen Jugendroman (dtv Verlag) und jetzt einen Spielfilm: Die Teenie-Lovestory spielt in einer Kleinstadt in Oregon. Coley (Maya Da Costa) zieht mit ihrer Familie dorthin und verliebt sich in ihre neue beste Freundin Sonya (Myra Molloy). Die hat allerdings – zunächst - einen Boyfriend... Multitalent Kiyoko schrieb das Drehbuch zusammen mit Stefanie Scott (die im Original-Musikvideo Coley spielte) und führte selbst Regie.

Auch die neue Amazon Prime-Serie Sterling Point beginnt mit einem Umzug: Annie (Ella Rubin) zieht auf eine kleine kanadische Insel, die sie von ihrem Großvater geerbt hat. Doch trifft sie auf Ramona (Amélie Hoeferle), ihre bisher unbekannte queere Schwester, die mit Oona (Bo Bragason) zusammen ist. Auch Stacey (Ksenia Daniela Kharlamova, bekannt als „Svetlana“ in Heated Rivalry) und Sully (Nikko Angelo Hinayo), beide queer, gehören zu ihrem neuen Bekanntenkreis. „Für die Schauspieler:innen und die Story fühlte es sich authentisch an, und für mich ist das einfach eine Selbstverständlichkeit“, sagte die Kreatorin der Serie Megan Park (My Old Ass) zu ihren zahlreichen LGBTQ-Charakteren.

Prime Video/Sabrina Lantos Von rechts nach links: Ramona, ihre Freundin Oona, Oonas Schwester Mable und Annie in „Sterling Point“

Trennung bei Griners: US-Basketballstar Brittney Griner reichte Ende Juli nach sieben Jahren Ehe die Scheidung von ihrer Frau Cherelle ein und beantragte das gemeinsame Sorgerecht für ihren Sohn (2) – dabei hatte sie nur drei Wochen zuvor auf Instagram noch „der besten Mutter und Gattin“ zum Geburtstag gratuliert. Immerhin hielt die Ehe länger als ihre erste: 2015 verließ die dreifache Olympiasiegerin ihre frisch gebackene Frau, Basketballprofi Glory Johnson, am Tag nach der Hochzeit. Griner wurde 2022 weltberühmt, als sie zwischen die politischen Fronten geriet und wegen einer Lappalie (am Flughafen wurde in ihrem Gepäck 0,5 Gramm Cannabisöl gefunden) fast zehn Monate in russischer Haft verbringen musste (K-Word #484). Cherelle, die Juristin ist, kämpfte damals unermüdlich mit Besuchen im Weißen Haus und Medienauftritten um ihre Rückkehr.

Instagram/brittneyyevettegrinerTrennung nach sieben Jahren Ehe: Brittney (l.) und Cherelle Griner

Das Comeback von Lena Oberdorf (Bayerm München) rückt näher. Nach zwei Kreuzbandrissen kurz hintereinander - zuletzt im Oktober 2025 - ist die queere Fußballnationalspielerin wieder voll ins Team-Training eingestiegen. „Das macht sehr viel Spaß“, sagte sie dem Münchener Merkur. „Eine Grätsche habe ich aber noch nicht ausgepackt, weil alles noch ein bisschen mit Augenmaß gespielt wird.“ Während ihrer langen Verletzungspause sei sie „deutlich erwachsener geworden. Ich bin nicht mehr so naiv, nicht zuletzt mit Blick auf meine Entscheidungen auf dem Platz. Welchen Zweikampf muss ich jetzt wirklich bestreiten? Wo muss ich wirklich ran und wo kann ich ruhiger agieren?“ Obis Ziel für die nächste Saison (Start: 21. Aug.): „Ich will verletzungsfrei bleiben und Spaß haben. Ich will mich nicht so unter Druck setzen und einfach das Fußballspielen wieder genießen.“ Das muss sie leider ohne ihre Freundin Natalia Padilla (K-Word #639), deren Vertrag bei den Bayern auslief: Die polnische Nationalspielerin, die auch einen spanischen Pass hat, tritt jetzt für UD Tenerife an.

Instagram/lena_oberdorfFeiert bald ihr Comeback in der Bundeliga: Lena Oberdorf (l.), hier mit ihrer Freundin Natalia Padilla

Greta Lee (The Morning Show) und Rebecca Ferguson (Dune, Silo) drehen gerade einen Lesbenfilm, wie Bilder von einem Set in London zeigen: Darauf küssen sich die beiden Schauspielerinnen und machen Pärchen-Selfies. Über das Filmprojekt ist bisher nichts bekannt. Lee erzählt lediglich Anfang August dem Magazin Interview, dass sie zu Dreharbeiten nach London reisen werde. „Es ist ein Liebesfilm, aber zwischen zwei Frauen, was ich noch nie gemacht habe“, sagte sie. Das lässt Fergusons kürzlichen Flirtversuch mit einer Interviewerin (K-Word #669 in einem anderen Licht erscheinen: Da hat sie wohl schon ein bisschen geübt...

Für Princess Charming-Star Vanessa Borck ist ein gemeinsamer TV-Auftritt mit ihrer neuen Freundin Lara (K-Word #660) nicht augeschlossen - „aber kein Reality“, wie die lesbische Influencerin in einem Q&A auf Instagram antwortete. „Wir wurden für eins angefragt, haben aber abgelehnt." Lieber würde sie sich als Moderatorin oder Schauspielerin versuchen oder „wenn es ein [Reality-]Format wäre, dann etwas, wo es wenig Streit gibt." Dann würde sie nämlich „safe nur die ganze Zeit weinen.“ In der aktuellen Folge ihres Podcast Girls Girls spricht Nessi mit Lara darüber, welchen Hate sie über sich als Paar im Netz lesen müssen, und Lara wehrt sich gegen den Vorwurf, nur wegen „der Reichweite“ mit Nessi zusammen zu sein: „Das ist Schwachsinn, weil das werde ich erstens nicht tun und das ist vor allem auch unangebracht“, sagte sie.

Instagram/nessiontourWerden wir wohl nicht im „Sommerhaus der Stars“ sehen: Vanessa „Nessi“ Borck und ihre Freundin Lara

Bisher kannten wir Angelina Maccarone als Drehbuchautorin und Regisseurin, unter anderem von Lesbenfilmen wie Mausi kommt raus?! und Fremde Haut - und jetzt ist sie auch Schriftstellerin: Ihr Romandebüt „Wer nicht kotzen muss, wird Astronaut*in” (Verbrecher Verlag, Leseprobe) feiert am 20. August in der Berliner Buchhandlung „Buchbox” Premiere. Hauptfigur Giuseppina Rigatoni arbeitet daran, endlich ihren ersten Kinofilm drehen zu können, als plötzlich ihr Vater stirbt und sie in dessen italienischen Heimatdorf mit ihrer Familiengeschichte konfrontiert wird. Zum Glück ist ihre große Liebe Anouk an ihrer Seite – wenn die sich nur nicht dauernd mit dieser Melanie treffen würde…

Instagram/verbrecherverlagDer Titel macht schon mal neugierig: Filmemacherin Angelina Maccarone mit ihrem Romandebüt „Wer nicht kotzen muss, wird Astronaut*in”

Es ist nicht der erste Podcast zu lesbischer Elternschaft, aber der neueste: In Mamas in der Mache sprechen Lisa und Kate über ihre eigene Reise zur Elternschaft. Folge 1 steht auf allen gängigen Podcast-Plattformen, neue Episoden kommen alle zwei Wochen. Weitere queere Podcasts stellen wir hier, hier und hier vor.

Sebastian Gollnow, Coverdesign: Carmen Chavez Canales Ein neuer Regenbogenfamilien-Podcast: „Mamas in der Mache“ von Lisa und Kate

Seit dem islamistischen und homofeindlichen Anschlag auf den CSD Berlin, bei dem eine 65-jährige Frau starb und zahlreiche Menschen verletzt wurden, verzeichnen die Pride Paraden in anderen Städten Rekordzahlen: So nahmen an den CSDs in Nürnberg, Braunschweig, Essen und Prag so viele Menschen wie nie teil, und in Köln (wo der Cologne Pride bereits im Juli stattfand) setzten am Sonntag rund 10.000 Menschen beim Queer March ein Zeichen, dass wir uns nicht einschüchtern lassen! Zu der von elf Vereinen organisierten Demo hatten auch Carolin Kebekus, die queeren Influencer:innen Leonie Löwenherz und Max Rogall und der schwule Schauspieler Lukas Sauer (Alles was zählt) aufgerufen. Am Wochenende (15. Aug.) könnt ihr in Bayreuth, Darmstadt, Hannoversch Münden, Krefeld, Leer, Lübeck, Peine oder beim CSD Vogtland in Plauen für LGBTQ-Rechte und Sichbarkeit demonstrieren (unser CSD-/Dyke* March-Terminkalender).

In Gedenken an den CSD-Anschlag treten am 18. August unter dem Motto „Fresse auf für queere Freiheit“ unter anderem Herbert Grönemeyer, Ikkimel, Apsilon und die queeren Künstlerinnen Badmómzjay, Ebow und Mariybu in der Berliner Columbiahalle auf. Orgnisator ist der schwule Rapper Baran Kok. Die Einnahmen des Soli-Konzerts gehen an CSDs in ländlichen ostdeutschen Regionen und die Schwulenberatung Berlin, die damit Angebote für LGBTQ-Kinder, Jugendliche und Geflüchtete unterstützen will.

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